Die Kirche Assunta und das Spital von Prosto, beide aus dem 17. Jh.
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Man schrieb das Jahr 1572, als Anna Foica zur Mera ging, um Wasser zu holen und ihr am anderen Ufer
"eine wunderschöne Frau" erschien, die ihr auftrug, die Dorfbewohner aufzufordern an jener Stelle
eine Kirche zu Ehren der Himmelskönigin zu errichten. Die Leute zögerten, dem jungen Mädchen Glauben
zu schenken, aber die "besagte Frau" erschien ihr von Neuem und offenbarte ihr, "die Gottesmutter
Jungfrau Maria" zu sein. Dieses Ereignis wird von der Hauptfigur selbst erzählt, die später Äbtissin der Klarissinnen
im St. Niklauskloster in Wien wurde.
Sogleich begann man im Jahr darauf Geld zu sammeln und 1605 konnte endlich der Grundstein gelegt werden.
Am 16. Juli 1628 weihte der Bischof Carafino aus Como die Kirche ein. Sie zählt zusammen mit dem Gotteshaus
S. Maria in Chiavenna und der Dreifaltigkeitskirche in Novate zu den schönsten Barockdenkmälem im Valchiavenna.
Im Chorraum befindet sich ein interessanter Bilderzyklus mit Geschichten aus dem Leben der Heiligen Jungfrau.
Giovanni Battista und Gian Paolo Recchi und ihrer Schule werden sowohl die kleinen Bilder auf den Lisenen
des Triumphbogens sowie die Fresken zugeschrieben. Die Gemälde an den Wänden stammen von einem
französischen Maler aus dem Kreis um Simon Vouet. Sie wurden, wie auch die Fresken und der
Marmoraltar mit den Geldmitteln Marc'Antonio Lumagas aus Piuro verwirklicht, einem tüchtigen Bankier
und Seidengroßhändler in Venedig, Rom, Genua, Nürnberg, Lion, Paris und Mailand. Den hölzernen
Tabernakel am Hauptaltar (1690) schuf Alfonso Pino aus Bellagio, von seinem Landsmann Giovanni
Albiolo sind die geschnitzten Chorkapitelstühle (1693) und der doppelte Beichtstuhl aus Nussbaum mit Kassetten und Figuren (1696).
Daneben begann man 1684 mit dem Bau des Spitals S. Cassiano für die Armen von Piuro, das Sitz einer
wohltätigen Einrichtung werden sollte. Hier hielt man Versammlungen ab, richtete ein Archiv ein und
verteilte die Kleidung an die Bedürftigen des Ortes. Im alten Piuro gab es bereits ein Spital, das
heißt einen frommen Ort, wo man die Armen versorgte. Er verfügte über hinreichend finanzielle Mittel,
wurde aber vom Bergsturz 1618 zerstört. Der neue Bau in Prosto besitzt einen Portikus mit eleganten
Arkaden.
Im 18. Jahrhundert errichtete man in Ca' de Cenni, in einem wunderbaren Kastanienwald eine
mit Fresken ausgeschmückte Kapelle zu Ehren der Muttergottes. Schon bevor es dieses Kirchlein gab,
ging man am Nachmittag von Mariä Himmelfahrt in einer Prozession in diesen Hain, um den Segen zu erbeten.