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Die Wasserfalle Acquafraggia
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Die Wasserfalle Acquafraggia
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Leonardo da Vinci weilte im Valchiavenna, als man die Stadtmauern Chiavennas errichtete.
Die 1488 begonnen Bauarbeiten dauerten bis zum Jahr 1497.
Im "Codice Atlantico" beschreibt er das Meratal. Beeindruckt war er von den "kahlen und hohen Bergen"
mit steilen Felswänden. "In diesen Bergen - und hier fehlt im Satz des hohen Gelehrten das Prädikat - die
Wasservögel, auch Säger genannt. Hier gedeihen Tannen, Lärchen und Kiefern, Hirsche, Steinböcke,
Gemsen und schreckliche BärenAn dem genannten Fluss stürzt das Wasser 400 Ellen zu Tal, was schön anzusehen ist".
Es ist anzunehmen, dass er damit die Wasserfälle Acquafraggia meint, die von vielen Reisenden vom 18.
Jahrhundert an beschrieben werden. In einem 1723 in Leiden erschienen Führer steht zu lesen:
"Ich habe bisher keinen schöneren Wasserfall als diesen gesehen. [...]. Alles rundherum wird ständig
von der Gischt des herabstürzenden Wassers bespritzt, und die Leute, die in der Nähe stehenbleiben,
sind in wenigen Augenblicken von den sprühenden Wassertropfen durchnäßt".
Der Name kommt von "aqua fracta", das heißt "gebrochenes Wasser". Der Wildbach entspringt in einem
kleinen, von den Gletschern geschaffenen See, bei der Wasserscheide nördlich von Lago. Sein steiler Lauf
wird von zwei Stufen hoch über dem Bergell unterbrochen. Auf der letzten Schwelle unter dem Dorf Savogno
wirbelt und rauscht das Wasser durch Schluchten und über Felsabstürze. Faszinierend und großartig sind
die beiden untersten Fälle, vor allem, wenn sie in den Frühlingsmonaten und während der Schneeschmelze
ihr Festkleid anlegen, oder wenn sie bei starken Regenfällen drohend anschwellen. Im Winter, während
der kältesten Tage verwandelt sich der Wassersturz in eine wunderbare Kaskade von Kerzen und Orgelpfeiffen,
die sich weiß glänzend vom felsigen Hintergrund abheben. Der Ort wurde von der Region Lombardei unter
Naturschutz gestellt.
Wenn dies die Königin der Wasserfälle im Valchiavenna ist, standen ihr in Schönheit die Wasserkaskaden
von Boggia bei Gordona und die von Pianazzo im Splügental in nichts nach. Der Engländer William
Brockedon schrieb 1829 über diesen letzten: "...von der Schlucht aus betrachtet, ragt der obere
Teil in den Himmel, aus dem er ohne Unterbrechung zu fließen scheint". Leider fielen beide Wasserfälle
der Stromerzeugung zum Opfer.