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Die Ausgrabungen und das Museum in Piuro
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Das Museum in Piuro
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Der Ort Piuro, wenig oberhalb der südlichen Pforte zum Bergell gelegen,
konnte seine Unabhängigkeit vom nachbarlichen Chiavenna erst im 12. Jahrhundert behaupten.
Einige seiner Einwohner brachten es sowohl durch den Seidenhandel und den Warentransport,
dessen Monopol sie besaßen, als auch durch die Verarbeitung des Specksteins, den sie aus dem
Innem der Berge zutage förderten, zu Wohlstand. Hauptsächlich stellten sie die auf der Drehbank
gearbeiteten Töpfe, die sogenannten "laveggi" her, die sich auch fern vom Tal großer Beliebtheit erfreuten.
Das Dorf befand sich in seiner Blütezeit, als in den Abendstunden des 4. September 1618 ein ungeheurer
Bergsturz Häuser, Palazzi und Kirchen unter sich begrub. Fast eintausend Menschen, Einwohner und Reisende,
fanden unter den Steinmassen den Tod. 1960 wurde ein italienisch-schweizerisches Komitee für die
archäologischen Ausgrabungen gegründet. 1963 und 1966 führte man Untersuchungen im Gelände durch.
Bei der letzten kamen ein gepflasterter Straßenabschnitt und die Überreste einer Drechslerwerkstatt
zum Vorschein, die man auf der Ausgrabungsstätte besichtigen kann. Um die Funde zu sammeln und um über
dieses Ereignis der Bergeller Geschichte zu informieren, wurde in den Räumlichkeiten der Sakristei der
Kirche S. Abbondio ein Museum eingerichtet. Außer den Fundstücken von den beiden Ausgrabungen in den Sechziger
Jahren des 20. Jahrhunderts, ist auch ausgestellt, was die Einwohner Piuros spendeten oder dem Museum
anvertrauen wollten, um an die Geschichte ihres Ortes zu erinnern. Bei Ausgrabungen im Flussbett der Mera
im Jahr 1988 fand man Gegenstände aus Edelmetallen, Zinn und Kupfer; auch an die hundert Münzen aus dem 13. bis 17.
Jahrhundert kamen zutage. Ebenfalls 1988 entdeckte man Teile einer ungefähr fünfzig Meter langen Wasserleitung,
bestehend aus einer Reihe von Specksteinrohren, die auf der Drehbank hergestellt worden waren
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